Wie es war Blogger zu sein (natürlich mit einem Text von “damals”)

Vielleicht kann sich sogar noch irgendein Familien- oder Freundesmitglied daran erinnern, dass meine Freundin N. und ich mal einen Blog hatten. Das war 2005! Ja! Genau! 2005! Wir sind also Blogger erster Stunde! Ha! Überraschenderweise schickte mir der Mann letzte Woche einen Screenshot eines meiner alten Schreibversuche.

Wenn ich daran zurückdenke, war das sicher nicht immer ein literarischer Genuss, aber darum ging es damals auch gar nicht. Die Sache sollte einfach Spaß machen! Außerdem gab es keine Vergleiche und wir mussten eh jedem erklären, was wir da eigentlich machen. Und weshalb. Und überhaupt.

Der Blog ist natürlich längst offline – aber das Internet verzeiht vergisst ja nie und so gibt es Möglichkeiten manche Texte wiederzufinden. Aus purer Lust (und weil die Kinder unterwegs waren) habe ich mich da heute mal reingelesen. Aufregend war das Leben damals, als Student. Und weil ich Lust habe, dass wir doch vielleicht einige Texte retten (N., ich hoffe das ist ok für dich?), veröffentliche ich hier vielleicht ab und an einen. Was meint ihr dazu?

So, da ihr jetzt also brav bis hierhin gelesen habt, poste ich mal einen Text von 2006, bei dem ich mir-nix-dir-nix mein sauer verdientes Studentinnengeld rausgehauen habe. Sowas habe ich damals einfach gemacht. Viel Spaß!

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MITTWOCH, 04.10.2006

Wie es ist in ein Wettbüro zu gehen

Nun ist es soweit: Ich bin ebenfalls besuchtet und wurde von dem Wunsch, möglichst schnell und am besten irgendwie legal Geld zu machen, befallen!

Erst heute habe ich mich endlich mal wieder am momentanen Lottotrubel beteiligt, da mir aufgefallen ist, dass die 29 Milliönchen auf meinem Konto nicht wirklich schlecht aussehen würden! Hach, was könnte ich nicht alles Feines damit anrichten???
Leider scheint es dafür jedoch noch viel zu früh, denn nach einem kurzen Blick auf meinen Lottoschein sieht es nicht gerade nach dem Hauptgewinn aus. Wenn ich Glück habe reicht der entstandene Gewinn (wenn denn einer dabei entstanden ist!), um die angefallenen Spiel-77-Kosten zu decken…

Stattdessen ist mir nun aber, dank meines “spielfreudigen” Freundes, etwas angeblich Besseres (!?) eingefallen und so habe ich es nach kurzer Überlegung tatsächlich getan:
Ich war in einem Wettbüro!

Zunächst hat man(n) mir noch freundlichst angeboten, dass ich auch draußen warten könne, denn schon beim Gedanken an die eingesetzten Euronen und dem Duft vom schnellen Geld, schien ich äusserst aufgeregt. Stattdessen würde man(n) mir netterweise den hundertprozentig sicheren Tippschein (“Ela, das Ding ist tausendprozentig sicher! Die Kohle können wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen!!!”) abgeben. Aber mutig und neugierig wie ich nunmal bin, hat mich das Verbotene geradezu magisch angezogen und so stand ich zehn Sekunden später mitten im, mit Fernsehrn ausgestatteten Spiellokal.
Bei einem Blick in die allgemeine Runde war ich allerdings schnell etwas enttäuscht! Wo sind denn all die Spielsüchtigen, die selbst das eigene Häuschen oder den Ehering der geehelichten Frau für einen guten Tipp einsetzen würden!?

Stattdessen saßen dort nur einige minderjährige Fußballfans im Wirgeser Fußballtrikott, die ihre Kreuzchen auf den ziemlich unscheinbaren Zetteln zu machen schienen, um sich dabei irgendein langweiliges Fußballspiel, auf einem der tausend Fernsehrs (Scheiß Mehrzahl!) anzusehen.
Apropos Schein: Fürs Ausfüllen sollte man offensichtlich studiert haben, denn neben uns hatte auch ein asiatischer Mitbürger Probleme den Spielschein richtig und ordnungsgemäß auszufüllen, um seine 10 Euro bei einem genialen Tipp zu vervielfachen. Leider weiß ich nicht worauf er getippt hat, auch wenn ich noch so auf seinen Schein gelinst habe, aber im Allgemeinen hält man wohl seine genialen Tipps geheim….

Eine Dame mittleren Alters hinter dem Tresen hat uns allen dann doch noch netterweise geholfen. Leider mußte sie uns dabei die Illusionen auf das große Geld schnell nehmen, denn unser Einzeltipp (clevere Menschen tippen Tennis-Einzel-Ergebnisse, habe ich gelernt!) war ungültig, und so mußten wir noch zwei weitere Spiele tippen, von denen ich leider sowas von überhaupt keine Ahnung hatte. Dafür schien das für meinen Spielpartner kein Problem darzustellen und ich schloss mich seinem angeblichen sicheren Fachwissen an…

Und dann gings los, das Warten…. und warten…. und hoffen….

Während mein geliebter Mitspieler relativ cool, weil unglaublich erfahren, zu sein schien, bangte ich als Anfängerin doch sehr um meine eingesetzten 20 Euronen (jawohl! Ich habe ganze 20 Euro gesetzt!!!) und überlegte schon, ob ich nicht mit einem kleineren “Ausgangsgehalt” hätte anfangen sollen. Als dann unsere ersten zwei Spiele tatsächlich richtig getippt waren, wurde ich allerdings geradezu euphorisch und überlegte schon, was ich mir als erstes leisten könnte…

Leider, ja leider, konnte das dritte Spiel dann aber erst gar nicht mehr stattfinden, denn unsere favorisierte Tennisdame durfte aufgrund irgendeiner Verletzung nicht das Spiel antreten (die Memme!) und so sah ich schon meinen Riesengewinn einschließlich meiner geliebten 20 Euronen dahin schwinden…
Wir also schnell und doch noch auf einen Gewinn hoffend zurück ins Wettbüro und siehe da: Das Spiel wurde aus der Wertung genommen und wir hatten somit trotzdem gewonnen!!! Ist das nicht toll????

Sicher möchtet ihr nun wissen, wie hoch mein Gewinn nun tatsächlich ausgefallen ist?!
Naja… Zu meinem eingesetzten Zwanziger habe ich (die Erfahrung mal ausgenommen) ganze zehn Euro dazu gewonnen! Ich weiß: Nicht gerade der Hauptgewinn, aber dafür war es sehr aufregend und:
Es gibt nun doch noch viel, viel Platz auf meinem Konto für einen richtig dicken Lottogewinn!!!

3 Comments

  1. […] Neulich schrieb ich, dass ich bereits seit 2005 blogge. Quasi als Bonus hängte ich einen alten Text an, den ich so in einem Archiv fand. Bei Facebook verlangtet ihr laut nach mehr. Ok, gerne! Viele der alten Texte sind dort leider nicht mehr übrig – aber ein Paar habe ich für euch. […]

    Oktober 23, 2018
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  2. […] Neulich schrieb ich, dass ich bereits seit 2005 blogge. Quasi als Bonus hängte ich einen alten Text an, den ich so in einem Archiv fand. Bei Facebook verlangtet ihr laut nach mehr. Ok, gerne! Viele der alten Texte sind dort leider nicht mehr übrig – aber ein Paar habe ich für euch. […]

    November 1, 2018
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  3. […] Letzten Monat schrieb ich, dass ich bereits seit 2005 blogge. Quasi als Bonus hängte ich einen alten Text an, den ich so in einem Archiv fand. Bei Facebook verlangtet ihr laut nach mehr. Ok, gerne! Viele der alten Texte sind dort leider nicht mehr übrig – aber ein Paar habe ich für euch. […]

    November 15, 2018
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