Damals, als ich keine Ahnung von Wein hatte

Neulich schrieb ich, dass ich bereits seit 2005 blogge. Quasi als Bonus hängte ich einen alten Text an, den ich so in einem Archiv fand. Bei Facebook verlangtet ihr laut nach mehr. Ok, gerne! Viele der alten Texte sind dort leider nicht mehr übrig – aber ein Paar habe ich für euch.

Natürlich trank ich nie Alkohol! Und natürlich soll das hier nicht alkoholverherrlichend sein. Und natürlich stimmt das alles. Eingekauft habe ich ihn damals trotzdem. Natürlich. Und: Heute greife ich ganz, ganz sicher nicht mehr zu den süßen (brrr!) Weinen!



MONTAG, 13.02.2006

Wie es ist keine Ahnung von Wein zu haben

Aufgrund dieses Eintrages (Genitiv, you know?!) werde ich mich wieder zum in der Nähe zu Rhein und Mosel lebenden Volltrottel machen…

Jawohl, ich gebe es zu: Ich bin eine Kulturbanausin:
Ich kann keinen billigen Tütenwein vom Lidl von einem richtig teueren, lieblichen und “vollmundigen” (wie war das mit dem “Abgang”?) Wein unterscheiden, ich schmecke weder den fruchtigen Boden noch die sandigen Wurzeln noch irgendwas was genauso klug klingt oder einen mit mehr als gefährlichem Halbwissen auszeichnet, außer: “Der Wein ist süss und schmeckt mir persönlich ganz gut” oder “der Wein ist nicht süss (halbtrocken) und schmeckt mir deshalb nicht”!!!

Eben war ich, um 10 vor 8, noch schnell zwei Flaschen kaufen. Nun, wenn man keine Ahnung von Wein hat, ist eine 10 Minutenfrist leider nicht viel! Man kann keinen fragen, ob das ein Wein ist, mit den man jemanden beeindrucken kann oder ob ich ihn doch lieber beim Fernsehen im stillen Kämmerlein ganz alleine runterschütten sollte. Eigentlich bin ich nämlich die Aldi-Mädchentraubentrinkerin: Süss, schmeckt und Frau weiss, was sie hat!
Jedenfalls hab ich mir aus dem Rewesortiment einen Roten und einen Weißen herausgesucht.

Dabei hab ich “zielsicher” unter folgenden Kriterien ausgewählt:
– dem schönsten Etikett (Farbe und Form weil Designliebhaberin)
– der schönsten Flasche (dito)
– dem günstigsten Preis
– dem Herkunftsland (in Californien isses warm, dann ist der Wein sicher süß?!)

Als ich dann an der Kasse gestanden habe, musste ich leider mehr zahlen als erwartet: Bei dem Rotwein habe ich zielsicher scheinbar einen der besten Weine ausgewählt, den der Rewe so zu bieten hat!
Jaja, nur das Beste ist gerade gut genug….

Was ein Glück hatte ich genügend 5 Euroscheine dabei… Ich kam mir vor wie eine Pennerin, die um 2 vor 8 noch schnell ihren Alkoholkonsum sichert und dann zu stolz ist zu sagen, dass einem die Flasche eigentlich zu teuer ist… (Beim Bezahlen ist mir eingefallen, dass ich nicht die Einzige mit Durst bin, sondern dass mein Auto dringend mal wieder getankt werden sollte….)
–> Jedenfalls werde ich die teuere Flasche nun sicher nicht alleine in meinem Kämmerchen trinken…
(Brauche ich nicht noch ein Geburtstagsgeschenk für irgendjemanden???)

Was ich also jetzt gelernt habe: Eine schöne Flasche mit einem schönen Etikett scheint anscheinend für Qualität zu sprechen!?!?
Kann man das so sagen???

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