Seit einiger Zeit liege ich der Frau in den Ohren, dass ich gerne mal mit Freunden, die auch Kinder haben für ein verlängertes Wochenende verreisen würde. Was als fixe Idee an Silvester anfing, wurde dann über das vergangene, lange Wochenende auch umgesetzt: 4 Familien, 6 Kinder, 1 Hund in 2 nebeneinander stehenden Häusern in einem Landal Park in Nord-Holland (oder Friesland). Das muss für die Park-Inhaber doch wie eine Drohung gewirkt haben.

Offenbar waren aber auch andere auf den Trichter gekommen, man könne das verlängerte Wochenende ideal für einen Kurzurlaub nutzen. Schon Montags geisterten Screenshots von Artikeln durch die WhatsApp-Gruppen, die mindestens nach “Horror-Stau-Wochenende” klangen. Wir haben dann auch 5,5 statt 3,5 Stunden gebraucht. Aber wir wären ja keine Digital-Native-Eltern (Hahahaha…klar) wenn wir nicht zumindest ein paar Folgen irgendeiner Kinder-Serie für die quengeligen Knilche auf’s iPad gepackt hätten. Hat zumindest einigermaßen funktioniert und wir sind ohne Nervenzusammenbruch angekommen. Da andere bereits vor uns da waren, konnten wir uns wenigstens die nervigen Check-In-Modalitäten sparen und mussten nur den Schlüssel im Nachbarhaus abholen. Trotzdem muss man sagen, dass der erste Abend eher fürs Auspacken, Kinder betten und zumindest einen Happen essen drauf hing.

Was andererseits auch hieß, dass nicht gerade viele Vorräte für das darauf folgende Mittagessen vorhanden waren. Aber, hey: wofür ist man denn in so einem Park? Wir haben nach einem Spaziergang durch die historische Altstadt des Parks (Baujahr ca. 2012) einfach eine Portion Pommes reingeschoben. Und waren danach einkaufen. Einkaufszettel: 1. genügend Bier für die männlichen Erwachsenen 2. irgendeinen ungesunden aber leckeren Kram (“Papa, ich will aber Brot mit Hagelslag“) für die Kinder. Rest egal. Quatsch: Natürlich haben wir jeden Tag (einigermaßen) gesund gekocht und gegessen. Der Einkaufszettel war trotzdem nicht gelogen und besonders Punkt 1 musste täglich nochmal aufgestockt werden.

Dafür: schönes Haus, genug Platz und mit Terrasse über dem Wasser. Welche es besonders Kind 2 angetan hatte. Vor allem wegen der Enten, die über den gesamten Tümpel herbeigebrüllt (GACK-GAAAAAAACK!) werden mussten. Über das gesamte Wochenende.

 

Aber auch, weil man eben herrlich Dinge ins Wasser werfen kann. Da wir so etwas schon vermutet hatten, wurde auch gleich ein Spielzeugkuscheltierodersonstirgendwas-Verbot auf der Terrasse erteilt. Hat klasse funktioniert. Kind2 und seiner Lust, Dinge zu versenken fielen zum Opfer:

  • die eigene Mütze. Nie wieder gesehen.
  • Spiel-Würfel. Tränen verursacht. Am nächsten Tag wieder raus gefischt. Eher zufällig.
  • Aufpump-Laserschwert aus dem Kaugummi-Automaten (ja. Keine Fragen dazu). Schwamm zum Glück, konnte gerettet werden.
  • Latz. Von zufällig vorbei kommenden Stand-Up-Paddlerinnen aus dem See geholt. Habe meine Meinung zu diesem “Sport” geändert.
  • Sandspielzeug. Auch das konnte gerettet werden.
  • etwas Brot. Von den Enten vernichtet.

Man bemerkt: es waren leider nie die eigenen Sachen. Und ich würde Junior durchaus einen gewissen Vorsatz unterstellen, wartete er doch jedes Mal, bis ihm sicher alle den Rücken zugedreht hatten und der Weg frei war. Außerdem haben wir bei den Rettungsversuchen noch eine Hose gefunden. Die wollte aber dann doch niemand. Immerhin wurde das Suchen zur gemeinsamen Aktivität.

Wo ist der verdammte Würfel?

Das ständige ins-Wasser-Geraffe (mit Besen, Schrubber whatever) führte dann aber dazu, dass diverse Späßchen aus dem Nachbarhaus kamen. Ja, ich habe mich jetzt für den Tauchschein angemeldet.

Diving Mud GIF by Cheezburger - Find & Share on GIPHY

Das Schönste an den paar Tagen, außer dem Fakt dass ich nach längerer Pause mal wieder Zeit mit meinen Freunden hatte: die Kinder haben sich herrlich absorbiert. Es war noch nicht mal nötig, den irgendwo im Park liegenden Kinder-Bespaßungs-Bereich zu besuchen. Ein Glück, ich glaube, Bollo, das Maskottchen und sein “Lied” hätten bei mir Fluchttendenzen ausgelöst. Warum?

Darum!

Ein Ball und die anderen Kinder draußen vor den Häusern haben uns völlig ausgereicht. Was auch für die Erwachsenen hieß: einfach mal abhängen (sofern genug Getränke vorhanden waren).

Keine Ahnung, wie die Frauen aus der Runde darüber denken, aber wir häkeln bereits an unseren Landal-Ultras-Schals für’s nächste Mal. Vielleicht gibt ja Amstel auch was dazu…