Einen Monat Augustjunge

Lieber Augustjunge, 
nun bist du schon einen ganzen Monat bei uns (wenn ich diesen Artikel endlich veröffentliche sogar etwas länger) und es ist Zeit ein Update zu schreiben:

Ich kann mir längst nicht mehr vorstellen, dass du einmal nicht hier bei uns warst – oder dass du so lange in mir gewachsen bist. Manchmal erwische ich mich noch dabei, wie ich unbewußt meinen Bauch streichele, um mit dir Kontakt aufzunehmen. Aber dann fällt mir ein, dass du ja geboren wurdest und ich schaue neben mich und sehe dein kleines, niedliches Gesicht mit dem Stupsnäschen. Das ist so viel besser als dich ganz für mich alleine zu haben…
Die meiste Zeit schläfst du noch und bist ein sehr zufriedenes Baby – selbst, wenn dein Bruder ganz schön laut ist. Alles ist gut, solange wir nur in deiner Nähe sind, denn du brauchst viel Körperkontakt: Du möchtest zum Beispiel nicht so gerne in deinem Beistellbettchen schlafen, sondern lieber die ganze Nacht auf meiner Brust kuscheln und meinen Herzschlag hören. Das ist schön und ich genieße das sehr! Dabei merke ich auch, dass ich viel entspannter geworden bin, als ich es damals beim großen Jungen war: Alles ist gut und du wählst aus wie nah du mir gerade sein möchtest. Irgendwann brauchst du ganz bestimmt etwas mehr Abstand (und dann werde ich deinen Babygeruch furchtbar vermissen).

Natürlich schläfst du nicht immer: Wenn du wach bist, dann guckst du mit großen Augen in die Welt. Ich weiß nicht wie viel du überhaupt schon erkennen kannst, aber du siehst dir die Dinge ganz lange an: Am liebsten magst du die petrolfarbenen Sofakissen und die Bilder, die über der Couch hängen. Auch der Schatten über unserem Bett scheint dich zu faszinieren. Und natürlich Gesichter.

Einen ganz schön großen Hunger hast du außerdem mitgebracht und dementsprechend schnell wächst du auch: Man kann dir beim Wachsen zusehen! Schon bald ist dir Größe 56 zu klein und ich muss (vermutlich sehr emotional) die süße Babykleidung aussortieren. Wie schnell das geht…
Richtig super ist auch, dass man dich überall hin mitnehmen kann: Du bist gerne im Kinderwagen, schläfst kuschelig in der Babytrage und magst das Autofahren. Damit machst du es uns sehr leicht, denn während Papas Elternzeit haben wir einiges unternommen: Dabei wollte dich einmal sogar ein ziemlich neugieriger Berberaffe im Affenpark aus dem Kinderwagen klauen und dein Papa musste seinen ganzen Körper einsetzen, um das zu verhindern!

Noch lächelst du nicht bewußt, aber es wird nicht mehr lange dauern bis du uns anstrahlen wirst. Darauf freue ich mich sehr! Das schönste Geschenk ist aber, dass du unseren Jungen zum stolzen, großen Bruder gemacht hast, der dich schon jetzt wahnsinnig liebt, dich halten und küssen möchte. Und auch wenn das jetzt sehr gefühlsduselig klingt (ein paar Hormone spielen wohl auch nach der Schwangerschaft noch mit): Ich bin noch nie verliebter, glücklicher und dankbarer gewesen als jetzt mit meinen zwei Jungs!

In Liebe, Mama

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