DONNERSTAG, 20.04.2006

Wie es ist keine Fußball(er)freundin zu sein

Heute beginne ich mal ganz euphorisch:
Juhu- Wir sind eine Fußballnation (bitte einstimmen!)
– zumindest in diesem Jahr!
Aber: Muß man sich als Frau dem auch styletechnisch anpassen???

Gerade gestern hab ich mir dazu wieder neue Fußballfragen stellen müssen:
Was finden Männer eingentlich so sexy an Jogginganzügen mit dem draufgedruckten Vereinslogo (plus Sponsor natürlich!) und weißen Tennissocken in Adiletten?
Und warum steigen sie dann auch noch ganz lässig in ihren Opel Astra und geben Vollgas als wären sie sonst zu spät zum nächsten Vereinsspiel???
Wer erzählt diesen Menschen eigentlich, dass das absolut ok ist???

Soll ich mir nun als Frau auch solch eine Käppi, einen Schal, einen Bikini, Handtücher, Bettwäsche (und was es da sonst noch käuflich zu erwerben gibt) anschaffen oder komme ich da vor allem in diesem Jahr drum herum?

Ich meine: Schalke ist ja gut und schön – aber im Schlafzimmer???

Ich habe in den letzten Jahren häufig genug sonntags an Fußballplätzen gestanden um festzustellen, dass solch ein oben besagter Fußballfan kein Einzelfall darstellt!

Was finden wir also eigentlich alle an diesem Sport?

Nein, ich weiss, ich bin nicht die Erste, die sich solch eine Frage stellt…
Ich rede auch eigentlich gar nicht von den Spielern selbst, denen das Spiel offensichtlich so viel Freude bereitet, dass sie sich gerne sorgar zweimal 45-Minuten-am-Stück nen Wolf abrennen –
ich verstehe nur immer noch nicht so ganz, wie man als Fan Woche für Woche und trotz Regen und Schnee auf der Tribüne oder am Spielfeldrand platznimmt, nur um zu sehen, wie der geliebte Verein schon wieder verliert…

Trotzdem gibt es auch Momente, in der die Fußballfaszination auch auf mich überschlägt (Ja, die Brasilianer spielen sicher auch netten Fußball, aber in erster Linie haben sie so schön braungebrannte und muskulöse Oberschenkel…) und in denen ich mit gefährlichem Halbwissen brilliere (obwohl es mir ganz ehrlich schnurz ist, ob ein gewisser Herr Ballack nun endlich ins Ausland geht oder nicht! Hauptsache ist doch, die Steuer lässt er hier!!!)

Wenn der eigene Geliebte beispielsweise ein Tor schießt und dich anblickt noch während er die Arme hochreisst (und noch bevor ihm alle anderen verschwitzen Spieler auf den Rücken springen) und glücklich über das ganze Gesicht anlächelt, dann erfüllt das einen schon mit einem gewissen Stolz – auch wenn er dadurch noch immer 4:1 zurückliegt und verliert…

Da ich jedoch das Zepter Fußball vorerst abgelegt habe, müssen nun andere am Rand stehen und hoffen und beten (und einen schlechtgelaunten Verlierer ertragen)…

Ich kann vorerst auch ganz gut ohne das beliebte Spiel leben- zumindest bis zur WM, wenn wir alle wieder hoffen doch noch irgendwie weiter als nur bis zur Vorrunde zu kommen…